Die sechs größten Herausforderungen im Digitalen

von | Aug 25, 2020 | Allgemein

Seit Mai 2020 haben wir in unserer Online Facilitator Ausbildung sowie zahlreichen Masterclasses über 250 Teilnehmern geholfen, ihren digitalen Arbeitsalltag erfolgreicher, effizienter und angenehmer zu gestalten. In dieser Zeit hat sich herauskristallisiert und bestätigt, was die sechs größten Herausforderungen in digitalen Räumen sind – und wie man diesen begegnen kann. Dieser Blogbeitrag bildet den Auftakt einer siebenteiligen Artikelserie zu diesem Thema. In den folgenden 6 Artikeln werden wir einzelne Probleme gezielt beleuchten und einige Lösungsansätze aufzeigen.

Problem 1: Überlappung von Räumen und Rollen
Email, Social Media, Netflix: Am Computer passiert alles gleichzeitig! Sich auf ein Online-Format zu konzentrieren fällt umso schwerer, weil alle Ablenkungen nur einen Mausklick entfernt sind. Dazu kommen Ablenkungen der realen Welt, die physisch in das Online-Erlebnis eindringen oder es beeinflussen. Im Homeoffice nerven die Kinder, im Großraum-Büro die Arbeitskolleg*innen. 

Problem 2: Verkürzte Aufmerksamkeitsspanne
Eng mit der Überlappung von Räumen und Rollen hängt zusammen, dass Teilnehmer*innen in digitalen Formaten nur verkürzte Aufmerksamkeitsspannen mitbringen. Auch die ergonimischen Rahmenbedingungen sind für die Aufmerksamkeit nicht optimal: Stundenlang am Schreibtisch sitzen und auf einen Bildschirm starren ist für viele Menschen anstrengend. Abhängig von der Dramaturgie und der Interaktivität kann man Teilnehmende also sehr schnell ganz verlieren.

Problem 3: Verminderte Gestik & Mimik
Die Aufmerksamkeitsspannen sind auch deshalb in Online-Formaten so kurz, weil es für das menschliche Gehirn anstrengend ist, die Signale anderer Personen in einem Video-Call richtig zu deuten. Wie ist die Gruppe grade so drauf? Wie ist die Stimmung im Raum? Weil wichtige Signale aus Gestik und Mimik in Online-Formaten nicht richtig rüberkommen, fällt es schwer, nonverbale Signale wahrzunehmen. 

Problem 4: Primat der Technik
Der meist geäußerte Satz in einer Videokonferenz: Hallo – hört ihr mich noch? Ein Online-Format steht und fällt mit der Technik, und die ist oft nicht selbsterklärend. Manche Teilnehmende sind hier schneller, andere brauchen mehr Unterstützung. Dieses Wissensgefälle muss proaktiv eingeplant werden, sonst sprengen Technik-Probleme das ganze Online-Format.

Problem 5: Visualisierung und Haptik
“Show don’t tell” lautet ein Rat aus der analogen Welt. Wenn du etwas zeigen willst, dann bring es mit und reiche es herum. Aber wie kann man  einen Gegenstand im digitalen Raum herumreichen? Visualisierung und Haptik sind online möglich, jedoch funktionieren sie ganz anders. Außerdem steht die Digitalkompetenz der eigenen Teilnehmenden häufig im Weg. Denn je leistungsstärker digitale Tools sind, desto komplizierter ist es oft, sie zu bedienen.

Problem 6: Soziale Wärme und Herzlichkeit
Effizienz ist nicht alles. Wer ein erfolgreiches Online-Format durchführen will, tut gut daran, auch auf die angeblich “weichen” Faktoren zu achten. Soziale Wärme und Herzlichkeit entscheiden darüber, ob die Teilnehmenden online eine gute Zeit miteinander erleben. Eine virtuelle Umarmung? Ein High Five im Video-Call? Oder gar ein virtuelles “Prost” mit dem Feierabendbier? All das ist online nicht drin. Es braucht neue Ideen und Ansätze für soziale Wärme und Herzlichkeit, damit digitale Räume nicht anonym und unterkühlt bleiben.

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Titelbild Credits: HoangPts, Alexander Suchy

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